Bericht von Michael Ruisinger
Ausgeglichen wie selten zuvor präsentiert sich heuer das
Teilnehmerfeld der Bayernliga. Vom neuen Spitzenreiter TSV 1860
Rosenheim, der nach dem 4:1-Sieg beim SV Seligenporten 13 Punkte
aufweist bis zum Zitterplatzinhaber FC Ingolstadt 04 II mit sieben
Punkten sind gerade einmal sechs Punkte Differenz. Mittendrin auf
Rang neun mit zehn Punkten der TSV Rain. Eine sehr gefährliche
Platzierung! Zwar hat man auf den Spitzenreiter 1860 Rosenheim nur
drei Punkte Rückstand. Aber eben auch nur drei Punkte Vorsprung auf
den Relegationsplatz. Grundsätzlich hätte der TSV Rain sein letztes
Gastspiel beim 1.FC Schweinfurt 05 nicht verlieren müssen.
Allerdings musste Rain nach einer ereignisreichen Schlussphase froh
sein nicht höher als 0:1 verloren zu haben.
Rains Trainer Kurt Kowarz begann in Schweinfurt mit einer
Änderung. Für den unabkömmlichen Andreas Götz rückte Marco
Leszczynski in die Startformation. Daniel Schneider nahm den Platz
von Götz ein. Leszczynski rückte in die Spitze. Rain erwischte
einen guten Start. Schon in der ersten Minute eine gute
Offensivaktion. Mit einem klugen Pass bediente Marco Löring Zeljko
Brnadic. Brnadic konnte das Spielgerät aber im Strafraum nicht
richtig verarbeiten. Auf der Gegenseite der erste gefährliche
Angriff über links. Erkan Esen verfehlte in der achten Minute das
Gehäuse nur sehr knapp. In der Folgezeit wurde das taktische Spiel
von zwei starken Defensivreihen bestimmt. Nennenswerte
Offensivaktion gab es kaum. Trotzdem hatten die Gäste in der 25.
Minute die Chance zur Führung. Nach einem hervorragenden Ball von
Kapitän Bernd Taglieber in die Spitze verfehlten jedoch Zeljko
Brnadic und Marco Leszczynski das Spielgerät nur knapp. Kurz vor
der Pause erhöhten die Schweinfurter die Schlagzahl und
investierten jetzt mehr in das Spiel. Die beste Torgelegenheit war
ein Freistoß von Eray Cadiroglu, der jedoch in der 44. Minute knapp
sein Ziel verfehlte. So wurden die Seiten torlos gewechselt.
Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine. Die „Schnüdel“
wurden von ihrem Trainer Klaus Scheer in der Kabine offensichtlich
wachgerüttelt. Mit viel Engagement belagerten die Heimischen nun
die Rainer Spielhälfte. So hatte 1.FC 05-Torjäger Pascal Kamolz
schon in der 47. Minute das 1:0 auf dem Fuß. Sechs Minuten später
war es dann soweit. Ideengeber Sebastian Kneißl bedient Kamolz, der
aus wenigen Metern in zentraler Position Rains Torhüter Sascha
Jöckel keine Chance ließ. Neuer Spielstand in der 53. Spielminute
somit 1:0. Sascha Jöckel verhinderte in der 69. Minute im
herauslaufen gegen Pascal Kamolz das sichere 2:0. Klare Rainer
Offensivaktion gab es in dieser Spielphase nicht zu verzeichnen.
Einzige Ausnahme ein feiner Distanzschuss von Marco Löring, den
05-Keeper Andreas Bäuerlein jedoch in der 78. Minute abwehrte. Die
ereignisreiche Schlussphase war somit eingeleitet. Die
entscheidenden Situationen liefen jedoch gegen den TSV Rain. So sah
Rains Kapitän Bernd Taglieber in der 82. Spielminute die rote
Karten nach einem vermeintlichen Handspiel. Taglieber sah sich hier
zu unrecht bestraft: „Die Hand war angelegt, wenn man es schon
ahnden muss, denn hätte die gelb-rote Karte auch gereicht.“ Zwei
Minuten später kam es noch schlimmer für den TSV Rain. Wegen
wiederholtem Foulspiels wurden Alexander Egen Taglieber gleich
hinterhergeschickt. Mit zwei Mann mehr auf dem Rasen hatte
Schweinfurt in den letzten Minuten leichtes Spiel mit Rain. Die
Heimisch konnten aber drei hochkarätige Chancen in der 88. 91. und
der 92. Minute nicht verwerten. Letztlich blieb es beim knappen
1:0, aber nicht unverdienten Sieg für den 1.FC Schweinfurt 05. |
Bisherige Bayernliga-Bilanz:
S U N Punkte Tore
Zuschauer
1 - 1
3 3:3
13.09.2008 2:1 H
400
09.04.2009 1:2 A
1050 |
|
|
|
Aufstellung:
1.FC Schweinfurt 05: Andreas Bäuerlein, Benjamin Demel,
Wladimir Slintchenko, Papi-Domingos Henriques (ab 69. Florian
Hetzel), Sebastian Kress, Daniel Mache (ab 61. Mihai Damaschin),
Eray Cadiroglu, Pascal Kamolz, Sebastian Kneißl, Florian
Galuschka (ab 57. Michael Kraus), Erkan Esen.
TSV Rain: Sascha Jöckel –
Alexander Egen, Benedikt Förster, Bernd Taglieber, Daniel
Schneider – Marco Löring, Maximilian Lutz, Dominic Wünsch (ab
35. Giuliano Manno) – Sebastian Fischer – Zeljko Brnadic, Marco
Leszczynski (ab 77. Ahmet Cam).
|
|
|
Tore:
1:0 (53. Min.) Pascal Kamolz
|
|
|
Zuschauer: 1.142
|
|
Schiedsrichter:
Christian Dietz (1.FC Kronach 08)
SRA I: Adrian Hauck (DJK Oberasbach)
SRA II: Dominik Haas (VfB Kulmbach) |
|
B. V.:
Rot: Bernd Taglieber/TSV Rain/82. Minute/Absicht- liches
Handspiel.
Gelb-Rot:
Alexander Egen/TSV Rain/84. Minute/ wiederholtes Foulspiel.
Gelbe Karten
(5): Pascal Kamolz, Michael Kraus – Benedikt Förster, Bernd
Taglieber, Alexander Egen. |
|
Stimmen zum Spiel:
Kurt Kowarz (Trainer TSV Rain):
Die Zuschauer sahen heute ein bemerkenswertes Spiel. Wir wussten,
dass es schwer wird im Schweinfurter Hexenkessel. Da muss man ruhig
bleiben, und darf sich nicht aus der Fassung bringen lassen. In der
ersten Halbzeit haben wir hinten nichts zugelassen. Nach vorne
gelang uns aber auch nichts Wesentliches. Nach dem Seitenwechsel
legten die Schweinfurt den Grundstein zum Sieg. Nach den beiden
Platzverweisen hätten wir durchaus noch höher verlieren können. Im
Grunde war es aber ein typisches Null zu Null-Spiel.
Klaus Scheer (Trainer 1.FC Schweinfurt 05):
Mit der ersten Halbzeit war ich überhaupt nicht zufrieden. Das lag
aber auch an Rain. Der TSV arbeitete sehr gut gegen den Ball. In
der zweiten Halbzeit haben wir uns den Sieg aber verdient, weil wir
sehr viel Laufarbeit leisteten. Sehr geärgert hat mich die
Schlussphase, da sind wir viel zu lässig mit unseren Torchancen
umgegangen. Mit etwas weniger Eigensinn hätten wir durchaus zwei
bis drei Tore mehr erzielen können. Zufrieden bin ich, weil wir
einen starken Gegner besiegten. |
|
|